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Eingewöhnung - wie alles gut läuft

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Susanne

08. Sep. 2020


Der erste Tag der Eingewöhnung in der Kinderkrippe oder im Kindergarten rückt immer näher oder hat bereits begonnen. Vermutlich stellt ihr euch als Eltern viele Fragen, wie z. B. : „Was kommt genau auf uns zu?“ „Wie verhalten wir uns richtig?“ „Wie wird mein Kind reagieren?“ „Wie kommen wir als Eltern mit der Situation klar, unser Kind in fremde Hände zu geben?“

Als systemische Familienberaterin und ehemalige Kitaleiterin zeigen mir meine Erfahrungen, dass die Eingewöhnung für viele Eltern eine emotional herausfordernde Zeit darstellt. Es kommen zahlreiche Themen hoch - wahrscheinlich kennt ihr das Gedankenkarussel diesbezüglich sehr gut. Gerne möchte ich euch 7 hilfreiche Impulse für eine gut gelingende Eingewöhnung mitgeben:

1. Entspannung

Die Eingewöhnung ist für alle Beteiligten sehr aufregend. Überlegt euch, was euch in dieser Zeit Kraft spendet und euch entspannt. Vielleicht hilft euch das Gespräch mit anderen Eltern, die bereits die Eingewöhnung ihres Kindes erfolgreich durchlebt haben. Oder ihr gönnt euch ein besonderes Morgenritual. Vielleicht schreibt ihr eure Gedanken und Gefühle auch einfach mal auf. Durch das Geschriebene nehmt ihr eine andere Sicht ein, was ebenfalls zur Entlastung führen kann. Es ist wichtig, dass ihr euch innerlich stärkt, damit ihr für euer Kind da sein könnt – ganz nach dem Motto: „Entspannte Eltern haben auch entspannte Kinder“.

2. Eure Erfahrungen in der Kindheit

Wie ihr als Mama oder Papa mit dem neuen Abschnitt eures Kindes umgeht, zeigt meistens, wie ihr selbst in eurer Kindheit Übergänge und verunsichernde Situationen erlebt habt. Werdet euch bewusst, welche Erfahrungen ihr gesammelt habt und zu euren jetzigen Gefühlen, unbewussten Reaktionen und Handlungen führen. Mögliche Fragen, die ihr euch stellen könnt: „Wie war meine Kita/Kindergartenzeit?“ „Wie war es für mich, von den Eltern morgens wegzugehen?“ „Wie habe ich im weiteren Leben Übergänge (erster Schultag, Umzug, Trennungen, Jobwechsel etc.) erlebt und gestaltet?“ „Was davon möchte ich an mein Kind weitergeben und was nicht?"

3. Gute Organisation

Habt ihr alles, was ihr für den ersten Kita/Kindergartentag braucht? Habt ihr ausreichend Zeit eingeplant, z. B. für ein entspanntes, gemeinsames Frühstück am Morgen? Habt ihr ungeplante Ereignisse und einen Plan B berücksichtigt, wenn sich die Eingewöhnung aufgrund der aktuellen Situation verschiebt? Versucht Stress durch gute Organisation im Vorfeld zu reduzieren.

4. Umgang mit Masken

Bei uns in Bayern tragen die Erzieher im Alltag mittlerweile Mund- und Nasenschutz. Ich habe mich gefragt, wie sich das auf die Eingewöhnung auswirkt, wenn die Kinder das Gesicht ihrer künftigen Bezugsperson nur zum Teil sehen und die wichtige Mimik fehlt. Dies ist ein kritisches Thema - es gibt bisher kaum Erfahrungswerte. Viel besser als die Maske finde ich die durchsichtigen Plastikvisiere. Dies könntet ihr als Eltern auch beim Personal anregen, falls diese noch nicht genutzt werden.

5. Ruhige Tagesgestaltung

Viele, neue Eindrücke prasseln an den ersten Eingewöhnungstagen auf euer Kind und auch auf euch als Elternteil ein. Euer Kind braucht Zeit zum Verarbeiten. Am besten legt ihr euch am Nachmittag keine Termine und meidet Orte mit vielen Reizen. Es ist hilfreich, zusätzlichen Stress zu vermeiden, auch wenn euer Kind ansonsten gerne mit euch in der Stadt unterwegs ist, euch beim Einkaufen begleitet oder ihr immer noch Freunde besucht. Viel Ruhe, Entspannung, Kuschelstunden oder, was eurem Kind und euch sonst gut tut, ist jetzt angesagt.

6. Austausch mit den Erziehern

Stellt den Ansprechpartnern in eurer Kinderkrippe alle Fragen, die euch beschäftigen. Denn das gibt euch Sicherheit. Meine Praxis-Erfahrung zeigt: das Personal empfindet eure Fragen nicht als nervig. Ganz im Gegenteil: so lernt ihr euch besser kennen, was übrigens auch für euer Kind von Vorteil ist. Falls ihr euch bei gewissen Dingen unsicher seid, kommuniziert das also ruhig offen und ehrlich. Denn wenn die Erzieher wissen, wo ihr als Eltern gerade steht, können sie viel besser auf euch und auf euer Kind eingehen.

7. Vertrauen

Last but not least: Vertraut auf die Liebe und Bindung zu eurem Kind. Vertraut, dass ihr diese neue Situation gemeinsam meistern werdet. Vertraut, dass die Erzieher einen guten Job machen werden und euer Kind sich gut einleben wird.